Manche packen ihr Cannabis extra noch leicht feucht mit etwa 65-68 % in die Gläser, damit eine echte Fermentation stattfindet und die Bakterien arbeiten können. Dann wird es unter Umständen noch aromatischer und beim Rauchen weicher.
Damit Gase abziehen können, muss man dann auch mal lüften. Außerdem könnte bei der noch zu hohen Restfeuchte ohne Lüften Schimmel entstehen.
Ich arbeite komplett nach Gefühl und Erfahrung, ohne Hygrometer. Die ersten Tage lüfte ich ebenfalls, einfach um sicher im grünen Bereich zu bleiben. Am Anfang riecht das Cannabis ja unter Umständen noch leicht nach Heu. Ich lüfte so lange, bis sich die vollen Aromen zeigen und nur noch der leckere Terpengeruch durchkommt. Für mich ist das das Zeichen, dass die Trocknung durch ist — ab dann bleibt das Glas zu.
Beim Trocknen hat jeder seine eigene Methode, und ein absolutes Richtig gibt es eigentlich nicht.
Zu den Fakten gehört, dass möglichst langsames Trocknen möglichst großer Pflanzenteile oder der ganzen Pflanze in völliger Dunkelheit am besten funktioniert. Danach ein Dry-Trim. Das haben Analysen gezeigt, die Restchlorophyll sowie Terpen- und Cannabinoidkonzentrationen gemessen haben.
Ideal wäre, wenn man es hinbekäme, eine Trocknung bei konstanten 16-18 °C und rund 55 % Luftfeuchte. Gegen Ende sollte die Luftfeuchte sogar auf 60 % steigen. Ohne Laborbedingungen ist das aber schwierig.
Bei langsamer Trocknung läuft schon eine indirekte Fermentation mit. Ob man danach noch zwingend die Fermentationsmethode im Glas braucht, ist fraglich.
Wahrscheinlich lohnt das Nachfermentieren im Glas vor allem dann, wenn die Temperaturen beim Trocknen zu hoch waren und deshalb noch Chlorophyll abgebaut werden muss.
Letztlich ist es eine Wissenschaft für sich. Ich mache es so gut, wie es mit meinen Umweltbedingungen geht, und dann ist es gut. Die Idealbedingungen können die wenigsten von uns herstellen, also nimmt jeder die Methode, die für ihn am besten passt.
Man muss auch nicht 100 % des Möglichen erreichen, auch mit weniger kommt gut rauchbares Blütenmaterial heraus.
Hauptsache, man trocknet sein Cannabis nicht auf der Heizung bei höchster Stufe, im Backofen oder in der Sonne bei 35 °C. Das wäre der Worst Case — aber so, wie die meisten von uns das machen, ist es für Hobbygrower völlig in Ordnung.