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Outdoor-Tagebuch: drei Automatic-Sorten im Gartenjahr

Seite 1 von 6 · zum letzten Beitrag

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo,

ich bin hier neu und wollte euch einfach mal mitnehmen, wie ich meine Pflanzen hochziehe.

Im letzten Jahr lief mein allererster Grow, und zwar besser, als ich erwartet hatte. Damals habe ich komplett nach dem Minimalprinzip und ohne jeden Anspruch gearbeitet: 4-Liter-Töpfe, die billigste B1-Blumenerde – und am Ende standen da trotzdem 3 große Autoflowerpflanzen von etwa 1,5 Metern mit reichlich dicken Buds.

Von dem Grow im letzten Jahr gibt es zwei Fotos und ein Video, aufgenommen etwa 3 Wochen vor der Ernte. Die Sorten waren Moby Dick (rechts und links) und Gorilla Glue in der Mitte.

Jetzt aber zu diesem Jahr. Weil es letztes Jahr so auffällig gut und einfach geklappt hat, will ich es diesmal ein Stück professioneller angehen.

Diese Automatik-Sorten habe ich dafür:

• FastBuds - Orange Sherbert (Cherry Pie x Purple Urkle x Orange Cream)

• Sweet Seeds - Big Devil XL (Big Devil#2 x Jack Herrer)

• Paradise Seeds - Auto Kong #4 (Gorilla Glue#4 x Pandora)

Die Keimlinge starten bei mir in Anzuchterde, nach 5 Wochen topfe ich sie in Compo Sana Blumenerde in einen 13-Liter-Topf um.

Dazu habe ich Hornspäne und Bio-Tomatendünger besorgt. In der Wachstumsphase gieße ich vielleicht noch mit Brennesseljauche. Die Hornspäne mische ich weiter unten in die Blumenerde.

Umgetopft wird also erst später: die ersten 5 Wochen wachsen sie in der Anzuchterde auf, dann kommen sie in die Blumenerde, und sobald die Wurzeln tiefer reichen, finden sie dort unten die ordentliche Portion Stickstoff aus den Hornspänen.

Wichtig dabei: Hornspäne werden nur langsam zersetzt und wirken dadurch über lange Zeit. Genau das passt mir – die Freisetzung läuft langsam, und wenn die Pflanze nach etwa 7 Wochen richtig Stickstoff braucht, ist er da. In der Blütephase gehe ich dann vor allem mit dem Bio-Tomatendünger von oben und über das Gießwasser an den Kalium- und Phosphorbedarf.

Drücken wir die Daumen, dass der Plan aufgeht. Nachdem es im letzten Jahr schon rund lief, sehe ich mit größerem Topf, besserer Erde und passendem organischem Dünger aber eigentlich nur Luft nach oben.

Vorgezogen wird indoor auf der Fensterbank, in Anzuchttöpfen mit rund 400 ml, alle in einer Reihe. Damit sie mir nicht "spargeln", hängt darüber zusätzlich eine LED-Leiste mit 15,2 W und 3314 Lumen – also krass effiziente LEDs mit 218 Lumen/W – bei 4000k Farbtemperatur (Tageslicht). Mit KSQ hat mich das nur 35€ gekostet.

Fensterlicht und Licht der LED-Leiste kommen dabei zusammen.

Losgehen soll es in den nächsten 10 Tagen. Wenn das Klima mitspielt, ziehen sie etwa Mitte Mai für eine Zwischenstation in ein Gewächshaus, in dem mir rund 70cm Deckenhöhe bleiben. Bei dem tropischen Klima da drin legen sie schnell zu. Sind sie für die niedrige Decke zu groß geworden, stelle ich sie wie auf den Fotos oben auf die Sonnenseite unter das Dach einer Gartenlaube. Dort hält das Dach den Regen von den Buds halbwegs ab und sie stehen auch bei Sturm etwas geschützter.

Geerntet wird bei den Autos voraussichtlich Mitte bis Ende Juli, weil ich ja bereits Anfang April anfange.

Sobald es losgeht, zeige ich euch hier eine Fotoreihe von allem, was ich mache, so dass ihr den Growvorgang im Detail mitverfolgen könnt.

Tipps von euch nehme ich gerne, ihr dürft aber genauso von meinem Vorgehen lernen.

Die Cannabisszene begleite ich seit etwa 10 Jahren und habe in der Zeit einige Growreports anderer gelesen. Meine Theoriekenntnisse würde ich deshalb als akzeptabel bis gut bezeichnen. Nur in der Praxis fehlt mir noch die Erfahrung – die hole ich jetzt nach, solange der Anbau legal bleibt.

Mit Nährstoffmängeln kenne ich mich aus, ebenso mit dem Bekämpfen von "Tierchen" wie Blattläusen, Minierern und Trauermücken. Auch Grauschimmel, also Budrot, erkenne ich. Die dickeren Buds schaue ich mir in der Blütephase deshalb regelmäßig darauf an, natürlich besonders im Inneren.

Dagegen gehe ich ausschließlich mit organischen Mitteln vor, etwa Neemöl oder Brennesseljauche. Auch beim Düngen kommt mir kein chemisch hergestellter Mineraldünger in die Erde. Weil ich unter anderem mit Hornspänen arbeite, die erst zersetzt werden müssen, setzt das ein aktives Bodenleben in der Erde voraus.

Viel Spaß beim Mitlesen.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Hallo und willkommen hier im Forum. Deine Bilder habe ich mal angepasst. Normalerweise erscheint ein extern verlinktes Bild automatisch als Vorschau, deine Links zeigen aber auf eine Seite ohne SSL-Zertifikat (https), und darum klappt es leider nicht. Nimm beim nächsten Mal einfach einen Bildhoster und füge es so ein:

Auf deine weiteren Beiträge zum diesjährigen Anbau bin ich jedenfalls neugierig.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Danke für den Hinweis zu den Töpfen.

Damit hast du völlig recht, Autoflower lässt man idealerweise direkt in ihrem Endtopf keimen, und Umtopfen vermeidet man besser, weil es zusätzlichen Stress bedeutet.

Das ist mir bekannt und am liebsten würde ich es genauso halten.

Nur ziehe ich indoor auf der Fensterbank vor und arbeite mit einer eher kleinen LED-Leiste von 56cm Länge. Mit dem Plan, der bei mir schon steht, geht das deshalb nicht.

Ich will 6 Samen setzen und hoffe, dass von jeder Sorte wenigstens einer kommt. Keimen alle 6, sollen die Pflanzen in ihren noch kleinen Töpfen alle unter die LED-Leiste passen.

Meine Endtöpfe habe ich schon gekauft, die haben 13 Liter – damit komme ich auf der Fensterbank unter der Leiste nicht hin.

Im August wollte ich dieses Jahr ein paar Tage in den Urlaub, und da kommt es mir ganz recht, wenn der Grow bis dahin durch ist. Daher der frühe Start.

Beim Grow im letzten Jahr habe ich ebenfalls in kleinen Töpfen vorgezogen, damals noch ohne LED-Leiste und deshalb mit leichtem Spargeln. Das Umtopfen haben sie ganz ordentlich weggesteckt und sind für Autoflowerverhältnisse am Ende ja doch ziemlich groß geworden.

Trotzdem hast du recht: Das Vorziehen samt LED-Leiste kann man sich bei Autoflowern sparen, sie laufen ohnehin in ihrem festen Zyklus. Nach höchstens 3,5 Monaten ist man durch. Wer zeitlich frei ist, pflanzt also am besten Mitte Mai und erntet dann etwa Ende Juli.

Wegen meiner Urlaubsplanung habe ich die oben beschriebene Strategie gewählt, weil ich damit früher fertig werde.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Heute ist die Lampe angekommen, ich habe sie gleich zusammengelötet und mit einem 2-Pol-Eurostecker versehen.

Die leuchtet richtig ordentlich, hingucken kann man da wirklich nicht. Verbaut sind 96x Samsung LM301H EVO LEDs, die stecken auch in neueren Growlampen gern drin. Dank ihrer extrem hohen Effizienz sparsam im Strom und dabei viel Licht bei fast keiner Abwärme – gekühlt werden muss da nichts extra.

Damit ich die Leisten über meinen Blumentöpfen aufhängen kann, habe ich eine höhenverstellbare Halterung modelliert. Über die zwei Stifte an den Seiten lässt sich die Höhe verstellen. Witzigerweise drucke ich inzwischen einfach alles selbst, vom Blumentopf über den Untersetzer bis zur Halterung. Kosten dafür: etwa 3€.

Ausgelegt habe ich es auf die maximale Größe für 6 Töpfe, damit auch alle darunter passen, falls wirklich alle 6 Samen keimen.

Das sind meine Sorten:

[4 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Mich stört, dass der hier empfohlene Bildhoster in der Vorschau auch nur Werbebilder ausspielt.

Also habe ich mir jetzt ein Let's-Encrypt-Zertifikat besorgt und alles auf einen eigenen Hoster gelegt.

Hier deshalb nochmal sämtliche Fotos, dazu zwei weitere von den Teilen, die ich mittlerweile 3D-gedruckt habe.

Die zusammengelöteten LED-Leisten mit Eurostecker:

Die LED-Leisten im eingeschalteten Zustand:

So soll es umgesetzt werden, dazu meine 3D-modellierten Teile:

Die schon gedruckte Halterung für die LED-Leisten:

Und das sind meine Sorten:

[6 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell
Mich stört, dass der hier empfohlene Bildhoster in der Vorschau auch nur Werbebilder ausspielt.

Ich habe den Hoster gerade noch einmal ausprobiert, bei mir läuft alles wie immer. Du musst den Direktlink zum Bild nehmen, also den, der auf eine Bilddatei endet. Wenn ich deinen Links zu postimg folge, sehe ich die Bilder nicht einmal auf der Seite selbst. Ob du dort irgendein Limit gerissen hast oder was sonst schiefgegangen ist, kann ich gerade nicht sagen.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Genau so habe ich es gemacht, und am Anfang waren sie auch zu sehen. Offenbar steckt da aber ein Tracking drin: Sobald die Bilder zu viele Aufrufe haben, kommt nur noch die Vorschau mit dem Hinweis, man solle sich Premium holen.

Für Foren halte ich das für unbrauchbar. Mit einem Account dort ist es vielleicht anders, aber das kann man ja auch nicht von jedem erwarten.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Komisch, dieses Problem hatte ich noch nie. Auf der Seite steht auch bloß, dass man mit einem Premiumaccount größere Bilder hochladen darf – deine Bilddateien werden ja keine 32 MB gehabt haben? – und von einer Einschränkung beim Überschreiten einer Trafficgrenze steht dort nirgends etwas.

Ist aber auch egal, wenn du es jetzt über deinen eigenen Webspace machst, passt das ja. 😉

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Willkommen hier im Forum, ich habe dein Thema mal abonniert. Du gehst dein Hobby offenbar mit sehr viel Leidenschaft an, und ich bin neugierig auf weitere Bilder und Berichte im Laufe des Jahres.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

So, die Samen liegen in der Anzuchterde.

Beschriftet habe ich sie so:

• K4 -> Paradise Seeds - Auto Kong #4 (Gorilla Glue#4 x Pandora)

• BD -> Sweet Seeds - Big Devil XL (Big Devil#2 x Jack Herrer)

• OS -> FastBuds - Orange Sherbert (Cherry Pie x Purple Urkle x Orange Cream)

Die Samen sind etwa 15mm tief eingepflanzt, darüber kam Erde. Danach habe ich so lange gegossen, bis die Erde gesättigt war.

Zum Keimen mache ich immer einmal richtig nass. Die Samen müssen wirklich feucht werden, damit sie weich werden und aufquellen können. Ohne genug Wasser keimt kein Samen, und bei älteren Samen gilt das erst recht.

Darum gibt es ja auch die Alternativen mit dem Wasserglas oder dem feuchten Papiertuch. Mir ist das zu aufwendig, weil ich die Samen dann zweimal anfassen muss. In Erde funktioniert es genauso gut, wenn man es richtig macht. Der typische Fehler ist, dass die Erde noch fast trocken ist.

Erde aus dem Fachhandel ist am Anfang nämlich völlig trocken und braucht etwa ein Drittel ihres Volumens an Wasser, bis sie halbwegs gesättigt ist.

Nach dem Keimen darf die Erde dann aber wieder trockener werden, damit genug Sauerstoff herankommt und keine Wurzelfäule entsteht.

Anschließend habe ich noch Frischhaltefolie herumgelegt, mit Löchern oben drin für den Sauerstoff. Dadurch bleibt es feucht und die Samen keimen gut. Bis zur Keimung muss ich erstmal nicht mehr gießen.

Die Folie kommt selbstverständlich weg, sobald man etwas von der Pflanze sieht.

Samen gesät und gegossen:

Mit Frischhaltefolie für mehr Feuchtigkeit:

Hoffen wir auf eine gute Keimquote. Am liebsten hätte ich von jeder Sorte mindestens eine Pflanze.

Kommt von einer Sorte nichts, habe ich von der Big Devil XL noch zwei Ersatzsamen und von der Orange Sherbert einen. Die würde ich dann nachpflanzen, wenn nach 8 Tagen nichts zu sehen ist.

[2 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Eine Sache habe ich jetzt schon wieder dazugelernt: Locker und trocken eingefüllte Erde sackt nach dem Wässern um 1-2cm ab.

Festdrücken soll man sie ja nicht wirklich, aber man möchte schon irgendwie, dass der Topf nach dem Gießen mehr als zur Hälfte mit Erde gefüllt ist.

Klüger wäre es also gewesen, erst Erde in den Anzuchttopf zu geben, diese nass zu machen, das Absacken etwas abzuwarten, dann noch 1cm Erde nachzufüllen, wieder anzufeuchten und erst danach den Samen zu setzen. So bekommt man auch den optimalen Gießrand von 0,5-1cm hin.

Genau das habe ich nicht gemacht, und deshalb habe ich jetzt 15mm Rand ohne Erde. In den Anzuchttöpfen hätten mir 5mm locker gereicht. Mir wäre lieber gewesen, das Volumen voll auszunutzen, damit man nicht so früh umtopfen muss, wie es jetzt nötig wird.

Nun ist es eben so. Jedenfalls ist das Volumen meiner Anzuchttöpfe dadurch von 400ml Erde auf etwa 320ml geschrumpft. Schlimm ist das nicht, aber wieder ein Lerneffekt.

Gekeimt ist übrigens noch nichts. Weil ich 15mm tief und direkt als Samen in die Erde gepflanzt habe, rechne ich damit, dass die ersten Keimlinge etwa am Donnerstag ihr Tageslicht sehen. Im Schnitt dauert das Keimen bei der Methode 4-7 Tage. Es gibt aber auch Ausreißer, die ihre 14 Tage brauchen, wenn die Samen älter sind und die Schale lange zum Aufweichen braucht.

Der nächste Beitrag kommt dann voraussichtlich am Wochenende, dann ist sehr wahrscheinlich schon etwas zu sehen – vorausgesetzt, ich habe keine Montagschargen erwischt. Bei 3 verschiedenen Breedern sollte etwas kommen, davon gehe ich fest aus.

Mein Tipp: Es gehen 4 von 6 Samen auf. Ratet gerne mit 🙂

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell
Mein Tipp: Es gehen 4 von 6 Samen auf. Ratet gerne mit 🙂

So viel Elan und Fachwissen, da werden es bestimmt 7 von 6. 🤣

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Es gibt Gutes zu berichten: 4 der 6 Samen sind schon gekeimt, und das Schönste ist, von jeder Sorte ist bereits eine dabei.

Aktuell stehen bei mir:

1x K4 -> Paradise Seeds - Auto Kong #4 (Gorilla Glue#4 x Pandora)

2x BD -> Sweet Seeds - Big Devil XL (Big Devil#2 x Jack Herrer)

1x OS -> FastBuds - Orange Sherbert (Cherry Pie x Purple Urkle x Orange Cream)

Die LED-Leiste soll im Mittel 15cm über den Pflanzen hängen. Eingeschaltet wird sie morgens um 7 Uhr, abgeschaltet abends um 23 Uhr, also 16h Licht und 8h Dunkelheit.

Mit dem LED-Leisten-Setup sieht die Lichtausbeute an den Pflanzen derzeit so aus (Position, direktes Licht, Reflektion, Gesamt-Lux):

• Mitte (3-4): 6.200 Lux, +200 Streulicht, 6400 Lux

• Mittlere Ränder (2,5): 4.650 Lux, +500 Streulicht, 5150 Lux

• Ränder (1,6): 3.100 Lux, +1000 Streulicht, 4100 Lux

Weil tagsüber noch das Außenlicht durchs Fenster dazukommt, schlage ich pauschal 1500 Lux drauf und komme so im Schnitt auf etwa 6717 Lux pro Pflanze. Für die Keimlings- und Anfangsphase ist das ausreichend. Danach geht es ja ins Gewächshaus und, wenn sie dafür zu groß geworden sind, komplett ins Freie.

Die beiden Töpfe in der Mitte und die beiden ganz außen könnte man alle 2 Tage tauschen, damit die Helligkeit im Schnitt für alle gleich bleibt.

[Bild nicht übernommen]

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Tag 2 nach dem Austritt des ersten Keimlings aus der Erde:

Nach oben haben die Pflanzen einen ordentlichen Schub gemacht. Die Lichtsituation ist, sagen wir mal, "improvisiert", und das merkt man auch.

Ein Outdoor Grow im Hochsommer oder eine fette Growlampe würden den sogenannten "Geilwuchs", also schnelles Wachstum nach oben mit kleineren Blattpaaren, deutlich wirksamer bremsen.

Ich sehe aber, dass schon Blattpaare nachkommen, die auch größer werden. Und wir sind erst bei Tag 2.

Soweit bin ich zufrieden. Mit einem Fenster an der Südseite und einer zusätzlichen LED-Leiste mit "nur" 3314 Lumen kann man keine Wunder erwarten, das ist nun mal eine Art Low-Budget-Grow mit Vorziehen indoor.

Bald gehen sie ja ins Gewächshaus nach draußen, dort gibt es dann die volle Dröhnung Tageslicht und Sonne.

Und beim Umtopfen kann man die Pflanze ja auch etwas tiefer eingraben, dann sind die etwas längeren Stängel kein Thema mehr.

Zur Keimung:

Wie man gut sieht, haben es nach 6 Tagen weiterhin nur 4 Keimlinge nach draußen geschafft.

Ich war ein bisschen ungeduldig. Mein Rat an euch: Wartet mindestens 10 Tage, bevor ihr an den noch nicht gekeimten Töpfen irgendetwas macht. Die Keimung kann sich zeitlich über 3 bis 14 Tage verteilen.

Ich wollte aber einfach wissen, ob in den zwei Töpfen überhaupt Leben steckt, statt auf tote Samen zu warten. Also habe ich mit einem Holzstäbchen vorsichtig von oben die Erde abgetragen und in beiden Töpfen tatsächlich den Samen samt einer etwa 5mm langen Pfahlwurzel gefunden. Wichtig, falls ihr so etwas macht – idealerweise frühestens nach 10 Tagen: Samen und Wurzel nicht berühren, das kann sie beschädigen. Ich habe diesmal nur 5mm Erde darüber gegeben, damit der Weg nach oben leichter wird. Deshalb sieht man jetzt kleine "Löcher" in den Töpfen.

Ich würde den beiden Samen eine Chance von 50% geben, dass daraus noch etwas wird.

Den Ventilator schalte ich gelegentlich 1-2 mal am Tag für eine Stunde ein, dann "wackeln" die Pflanzen ein wenig, und das gibt kräftige Stämme.

Draußen macht das der Wind von allein, drinnen fehlt er leider.

[Bild nicht übernommen]

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Süß, die Kleinen 😉

Mit welchem Ertrag rechnest du pro Pflanze? Und was hast du insgesamt für das ganze Equipment ausgegeben?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Ich rechne mit etwa 25-60 Gramm pro Pflanze. Wie früh sie blühen, weiß man ja noch nicht. Es sind aber eher größere Autoflower-Sorten.

Wenn alles gut läuft, wären das 42,5g x 4 = 170g.

Ist es zu viel, um legal zu bleiben, muss man es entweder vernichten oder die frischen Blüten vor dem Trocknen einfrieren und später trocknen. Unser allzu schönes, nicht ausgereiftes Cannabisgesetz spricht nämlich von 50 Gramm getrocknetem Blütenmaterial.

Für die Samen habe ich bezahlt:

• 3x +1 (Bonus) - Big Devil XL Auto fem (Sweet Seeds): 25,08€

• 3x Orange Sherbet Auto (FastBuds): 26,99€

• 2x (Bonusseeds) Auto Kong 4 (Paradise Seeds): 0,00€

Dazu 7,50€ Versand aus Österreich, macht insgesamt 59,57€.

Zwei Samen der Big Devil XL und einer der Orange Sherbert sind noch übrig. So viele Pflanzen wollte ich aber ohnehin nicht. Weniger als ein 3er-Pack geht nicht, denn einen einzelnen Samen zu kaufen ist zu riskant. Ich setze immer zwei Samen pro Sorte, damit am Ende sicher eine davon steht.

Erde:

Die Anzuchterde ist noch vom Vorjahr, die war ja nicht leer. Ich meine, die hat 10€ gekostet, waren aber auch nur 10L. Reicht für viele kleine Pötte, also rechne ich mal mit 5€.

Fürs Umtopfen habe ich dann:

Compo Sana Qualitäts-Blumenerde (torffrei, 50 l): 14,99€

Blumentöpfe:

Die 6x Anzuchttöpfe mit Untersetzer kommen aus dem 3D-Drucker: 2€

Dazu 6x Plastikblumentöpfe mit 14L von Amazon samt Untersetzer für zusammen 28€.

Die Töpfe kann man aber jedes Jahr wieder nehmen, die halten.

Dünger:

• Bio Hornspäne: 6,99€

• Bio Tomatendünger: 7,99€

Einen Teil des Düngers mische ich unten in den Blumentopf. Später in der Blüte kommt der Tomatendünger ins Gießwasser, wo ich ihn vorher eine Zeit lang auflösen lasse.

Beleuchtung:

Die 2x LED-Leisten zusammen mit der Konstantstromquelle lagen bei 34,91€.

Dazu der gedruckte Halter: 2€

Auch das ist natürlich jedes Jahr wieder verwendbar.

Davon Einmalkosten (alles, was im nächsten Jahr wieder genutzt wird): 66,91€ Verbrauchskosten (Erde, Samen, Dünger): 89,54€

Zusammen also 156,45€.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Im Zweifel muss das ein Richter entscheiden, das ist eine Grauzone, die nicht definiert ist.

Sicher ist nur eines: Frisch eingefrorene Blüten sind kein trockenes Blütenmaterial. Wer etwas anderes erzählt, hat in Physik oder Bio nicht zugehört.

Trotzdem rate ich niemandem zu solchen Grauzonentricks. Haltet euch einfach an das klare Gesetz, dann seid ihr 100% sicher. Nicht, dass hier noch jemand wegen dieser angesprochenen Grauzone Probleme bekommt.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Für den erwarteten Output ist das wirklich günstig.

Wenn ich auf die Kosten bei Bekannten von mir schaue, die natürlich auch auf jeden Marketing-Gag hereinfallen und überteuertes Zeug kaufen, liegst du klar darunter.

Ich probiere es dieses Jahr auch mal ganz einfach auf dem Balkon mit simpler Blumenerde aus dem Baumarkt, leihe mir für den Vergleich aber ein bisschen Premium-Erde und -Dünger von Bekannten, um direkt gegenüberstellen zu können, ob das wirklich nur Marketingedöns ist.

Beim Einfrieren scheint es tatsächlich eine Grauzone zu geben – darauf wäre ich nie gekommen, na ja, der Gesetzgeber offenbar auch nicht 😉 – ich persönlich würde es aber nicht darauf anlegen. Muss jeder selbst wissen, ob er sich im Fall der Fälle vor Gericht darüber streiten möchte.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Manche treiben es bei ihren Grows jedenfalls zu weit mit irgendwelchen Marketingprodukten, die einem nur das Geld aus der Tasche ziehen.

Auf einmal brauchst du den "Super Ultra Wurzelbeschleuniger 1000", dann den "Wachstumsboost 100", dazu den "Vorblüte Allrounder Mix 3000", außerdem den "Super Blütenverdicker 2500" und zum Schluss noch den "CalMag Ultra Burst 4000" – und schon sind 180€ weg.

Die Grundlagen sollte man im Idealfall kennen:

• Am Anfang: nährstoffarme Erde

• Umtopfen in nährstoffreiche Erde

• Wachstumsphase: viel Stickstoff

• Blütephase: viel Kalium und Phosphor

Und sonst: Spargeln, also Geilwuchs, heißt zu wenig Licht, davon braucht man dann mehr.

Wie man ans Ziel kommt, ist der Pflanze eigentlich gleich. Über Hühnermist und Hornmehl freut die sich genauso. In der Natur war es ja ursprünglich genauso gedacht.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Das mit dem Perlite klingt gut. Das ist immer eine feine Sache, es hilft bei der Sauerstoffversorgung und hält ein wenig Feuchtigkeit im Substrat.

Ob Erde, die mit Düngewasser getränkt ist, Sinn hat, weiß ich dagegen nicht. Dünger im Wasser wirkt eigentlich überhaupt nicht langfristig und könnte auch zu schnell freigesetzt werden, wenn der Keimling dorthin wurzelt.

Besser wäre es, wenn du organisches Material in fester Form weiter unten in den Topf mischst, also Hornspäne, Kompost oder organischen Biodünger.

Wasser mit Dünger kannst du ja später einfach von oben geben. Ist der Dünger im Wasser gelöst, nehmen die Wurzeln ihn sehr schnell auf.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Gib bei Amazon einfach mal "Bio Hornspäne 1kg" ein. Das kostet etwa 5-10€. Für deine Pflanzen wäre auch weniger genug, nur bekommt man so kleine Mengen meistens nicht.

Im Baumarkt findest du es aber ebenfalls. Für die Wachstumsphase ist das perfekt und liefert dir die ersten 10 Wochen locker genug Stickstoff. Das ergibt kräftige, schnell wachsende Pflanzen mit saftig grünen Blättern.

Mische pro Topf einfach rund 100 Gramm unten in die Erde, fertig.

Weil es nur langsam freigesetzt wird, hast du in der Wachstumsphase erstmal keine Arbeit. Ist die Pflanze dann etwas größer, bekommt sie automatisch auch mehr Stickstoff, denn die Freisetzung braucht eine Weile, bis sie ihren Höhepunkt erreicht. In der Blütephase ist ein Teil schon verbraucht, dann wird es wieder weniger – genau richtig. Im Grunde ist das ein optimaler "automatischer" Dünger, der genau so freigesetzt wird, wie man es bei einem Cannabisgrow braucht.

Ich habe Hornspäne zum Beispiel mal in einem Gewächshausgrow großflächig untergemischt, bei einer photoperiodischen Pflanze, und es gab perfekt saftig dunkelgrüne Blätter mit leichtem Blaustich, riesig und gesund.

Danach brauchst du eigentlich nur noch etwas für die Blütephase, am besten P- und K-Dünger. Stickstoff ist dann nicht mehr nötig. Dafür könntest du einen handelsüblichen Blütedünger nehmen.

[Bild nicht übernommen]


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