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Biobizz-Düngeplan prüfen: warum bleibt der Ertrag aus?

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Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Gegen die Stofftöpfe ist nichts zu sagen.

Die BioBizz Allmix geht auch, ich halte die Floragard aber für ein Stück besser. Du hattest nach einer guten Erde gefragt, daher habe ich die genannt, die bei den professionellen Growern häufig im Einsatz ist. Besser wird man es als Massenprodukt kaum bekommen. Nur eine richtig gut gemischte Living-Soil-Erde, in der alles drin ist, dürfte noch stärker sein – das lohnt aber nur, wenn man durchgehend organisch arbeitet.

Bei den Nährstoffen liegen Allmix und der von mir genannte Growmix wahrscheinlich nicht weit auseinander. Du kannst den Düngeplan, den du genannt hast (den für vorgedüngte Erde), vermutlich einfach auch für die "Floragard Professional Growmix" übernehmen.

Zu viel Wissenschaft sollte man daraus nicht machen.

Locker sollte die Erde sein, das mögen die Wurzeln, und genau da liegt die Floragard vorn.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Super, vielen Dank, dann bin ich auch an dem Punkt im Bilde. Könntest du bitte noch einmal über diese Nachricht von mir gehen und mir sagen, ob mein Vater wirklich zu viel Wasser bzw. zu viel CalMag gibt? Dann kann ich ihm das zeigen, falls es so ist.

"Bei uns kommt Leitungswasser zum Einsatz. Mein Vater senkt damit den pH-Wert per BioBizz Bio·pH und gießt dann direkt. Nach seiner Aussage gießt er täglich, und täglich gibt er auch CalMag dazu. Ich frage mich, ob nicht genau da das Problem sitzt und die Pflanzen zu viel Wasser abbekommen. Dazu benutzt er ein TDS-&-EC-Messgerät für den PPM-Wert. Unser Leitungswasser hat etwa 300 PPM, und mit CalMag geht er jeden Tag auf 900 bis 1100 hoch. Ist das nicht zu viel Wasser bzw. zu viel CalMag?

Mein Vater raucht vermutlich ein, zwei Joints mehr pro Tag, insgesamt aber nicht viel, weil er mit knapp 70 einfach nicht mehr so viel verträgt. Die Ernte ist inzwischen bei rund einem Zehntel angekommen. Ertrag kommt kaum noch zusammen, es bilden sich einfach keine Blüten mehr. Die Wachstumsphase kriegt er glaube ich ganz gut hin, er macht auch dieses Topping. Aber in der Blüte setzen die Pflanzen fast nichts an. Das war früher ganz anders."

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Danke, damit ist mein bisschen Wissen aber auch erschöpft.

Vielleicht stand es schon irgendwo, trotzdem gefragt: Welche Sorten baut ihr an und von welchem Breeder?

Oder arbeitet ihr sogar mit eigenen Stecklingen?

Über mehrere Zyklen kann die Mutterpflanze, von der die Stecklinge ursprünglich kommen, zu alt werden und im Ertrag nachlassen.

Ansonsten klingt euer Vorgehen bis hierhin vorbildlich.

Das tägliche Gießen könntet ihr überdenken, aber eine falsche Wassermenge würde sich an den Blättern zeigen, lange bevor sich das auf die Blüten auswirkt.

Zum CalMag kann ich überhaupt nichts beitragen, bleibe aber als interessierter Zaungast dabei.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell
Super, vielen Dank, dann bin ich auch an dem Punkt im Bilde. Könntest du bitte noch einmal über diese Nachricht von mir gehen und mir sagen, ob mein Vater wirklich zu viel Wasser bzw. zu viel CalMag gibt? Dann kann ich ihm das zeigen, falls es so ist. "Bei uns kommt Leitungswasser zum Einsatz. Mein Vater senkt damit den pH-Wert per BioBizz Bio·pH und gießt dann direkt. Nach seiner Aussage gießt er täglich, und täglich gibt er auch CalMag dazu. Ich frage mich, ob nicht genau da das Problem sitzt und die Pflanzen zu viel Wasser abbekommen. Dazu benutzt er ein TDS-&-EC-Messgerät für den PPM-Wert. Unser Leitungswasser hat etwa 300 PPM, und mit CalMag geht er jeden Tag auf 900 bis 1100 hoch. Ist das nicht zu viel Wasser bzw. zu viel CalMag? ...

Da könnte der Hund begraben liegen!

Jeden Tag zu gießen ist ganz klar schlecht.

Die Wurzeln brauchen trockene Phasen, um gut an Sauerstoff zu kommen, sonst gibt es Staunässe und Wurzelfäule. Dann leuchtet es doch ein, dass die Buds nicht genug versorgt werden, um dick zu werden.

Besser ist es, nur alle 3 Tage zu gießen, dafür aber etwas kräftiger. Etwa 25 % des Erdvolumens gießen und dann drei Tage bis zum nächsten Mal warten. Cannabis verträgt eher trockene Erde, es ist keine Sumpfpflanze, sondern kommt aus tropischen Regionen, wo es ab und zu regnet und dann auch mal zwei Wochen nicht.

Täglich 900-1000 PPM CalMag ist weit zu viel!

Dadurch steigt der EC-Wert (Salz) im Substrat, also in deiner Erde. Du versalzt sie dir damit, und die Pflanze läuft in eine Nährstoffblockade.

Geh mit der Zugabe auf ~500 PPM herunter und gieße nur alle 3 Tage damit, oder sogar nur bei jedem zweiten Gießen. Das genügt vollkommen. So viel CalMag wirkt sich negativ aus.

Unter LED ist CalMag durchaus sinnvoll, aber deine Mengen sind komplett übertrieben. CalMag bügelt ja nur ein Problem aus, das bei LED-Grows dadurch entsteht, dass die Pflanzen zu wenig transpirieren. LED-Licht strahlt nämlich kaum Infrarot ab und damit auch wenig Wärme.

Draußen in der Sonne, und früher genauso unter den alten NDL (Natrium-Dampf-Lampen), kam von der Lichtquelle viel Wärme und Infrarotstrahlung. Dadurch entsteht Transpiration: Die Poren öffnen sich, Feuchtigkeit und Nährstoffe werden transportiert und verdunsten.

Eigentlich wäre CalMag gar nicht nötig, eben nur bei LED-Grows. Man versucht damit lediglich, dieses "leichte Problem mit der Transpiration" auszugleichen.

Du bzw. dein Vater gibt aber so große Mengen, dass ihr weit über dem liegt, was gebraucht wird, und die Erde über zu hohe EC-Werte versalzt.

Vielleicht kommt daher die kleine Erntemenge. Probiert es mal so und schreib dann, wie es lief.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Kann sein, dass ich es trotz mehrmaligem Lesen überlesen habe: Sind das reguläre Samen oder Auto´s?

Archiv-Mitglied GArchiv · redaktionell
Sein Grow läuft indoor, in einem kleinen Raum auf der Terrasse.

Das kriege ich nicht zusammen. Steht dort ein Growzelt auf der Terrasse? Und wenn er schon eine Terrasse hat, warum baut er dann nicht direkt draußen an?

Ist kein Ratschlag, nur eine Frage.

Archiv-Mitglied GArchiv · redaktionell
Dadurch steigt der EC-Wert (Salz) im Substrat, also in deiner Erde. Du versalzt sie dir damit, und die Pflanze läuft in eine Nährstoffblockade.

Wenn hier von Salz die Rede ist, dann heißt das, es entstehen Kristalle, die sich nicht mehr so leicht im Wasser lösen. Oder?

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Die (chemischen) Dünger und auch CalMag liegen ja als Nitrate vor, und das sind Salze.

Genau deshalb muss man beim Gießen mit Dünger auf die richtigen EC-Werte achten, also auf den Leitwert des Wassers, der von den Salzen kommt.

Ist zu viel Salz im Wasser, kommt es zu Nährstoffblockaden. Und die Salze können sich über die Zeit auch in der Erde ansammeln und Ärger machen.

Zu viel Salz führt zu "umgekehrter Osmose": Die Wurzeln nehmen dann kein Wasser und keine Nährstoffe mehr auf, sondern es läuft andersherum, ihnen werden Nährstoffe entzogen.

Beim Menschen ist es übrigens genauso, deshalb zieht zu salziges Wasser dem Körper Nährstoffe. Stark salziges Wasser kann man darum auch nicht dauerhaft zum Hydrieren trinken.

Vor allem wenn chemisch gedüngt wird, sollte man die Erde für den nächsten Grow tauschen oder wenigstens mit frischer Erde mischen.

Archiv-Mitglied GArchiv · redaktionell

Klasse erklärt, vielen Dank. Damit habe ich es jetzt auch begriffen.

Logisch: Sind zu viele Salze bzw. gelöste Stoffe im Gießwasser, kann die Pflanze nichts mehr aufnehmen.

Ich sage bei Düngern übrigens lieber mineralisch und biologisch. Chemisch ... ist ja letztlich alles.

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Ja, mir fiel auch nicht das passende Wort ein. Salze stecken aber ebenso in organischen Düngern, nur eben viel weniger.

Ganz genau genommen kann man den Boden also auch organisch versalzen, normalerweise schafft man das aber nicht.

Wenn Leben in der Erde ist, also Mikroorganismen, werden die Salze wieder abgebaut. Erst wenn man stark "mineralisch" düngt, killt man das Bodenleben, und dann findet dieser Abbau nicht mehr statt.

Egal wie: Der Fragesteller hier hat vermutlich genau dieses Problem, und deshalb bleiben die Blüten so klein.

Kleine Töpfe, viel zu viel CalMag und insgesamt ein sehr ausgebauter Düngeplan führen genau dahin: zu hoher EC-Wert im Substrat und im Gießwasser und damit eine Nährstoffsperre.

Weniger CalMag und mehr Substrat, also größere Töpfe, räumen das Problem aber aus dem Weg. Mit meinen Hinweisen sollte der nächste "Run" besser laufen.

Von großen Düngemengen und all diesen Zusätzen, die manche Hersteller den Leuten "unterjubeln" wollen, halte ich grundsätzlich wenig. In kleinem Umfang okay, aber die Angaben finde ich teilweise zu hoch angesetzt. Man kann damit mehr zerstören als gewinnen, besonders wenn man zu oft damit gießt.

Die wollen natürlich viel von ihren Produkten verkaufen und den "Durchsatz" oben halten. Trotzdem kippt zu viel Dünger irgendwann ins Gegenteil.

Mineralische Dünger in höherer Dosierung passen nur zu "erfahrenen Growern", die entsprechende EC-Messgeräte haben. Wichtig ist außerdem, den Drain im Blick zu behalten. Der Drain, also das Wasser, das in den Untersetzer läuft, verrät einem nämlich viel früher, wie viel Salz im Substrat steckt.

Düngt man dauernd mit hohem EC-Wert, liegt das Wasser nach dem Durchsickern oft deutlich über dem Wert des ursprünglichen Gießwassers. Hat man das nicht im Griff, macht man sich den Grow kaputt.

Die Düngepläne nehmen weder das Topfvolumen noch die Beleuchtungsstärke mit auf. Beides sind große Faktoren dafür, wie viel Dünger maximal möglich ist.

• Mehr Substrat, also mehr Erde, puffert die Salze und verteilt sie. Die "Nährstoffsperre" kommt dadurch später

• Bei hoher Beleuchtungsstärke läuft der Stoffwechsel der Pflanze schneller, sie nimmt die Nährstoffe zügiger und effizienter auf, ohne dass sie sich zu stark ablagern

Mit organischem Dünger lassen sich keine so großen Nährstoffmengen nachlegen, dafür spart man sich eine Menge Aufwand und Fehler. Das dauernde EC-Messen ist nicht so wichtig, und im Normalfall, solange man es nicht völlig übertreibt, kann man sich den Grow damit auch nicht "ruinieren".

Wofür man sich auch entscheidet, man braucht ein Gefühl dafür. Viel hilft nicht viel. Weniger ist mehr.

Vom Marketing der Düngerhersteller sollte man sich nicht zu stark leiten lassen. Ich sage mal vorsichtig: lieber nur die Hälfte der Menge nehmen. Gerade am Anfang, wenn man nicht einschätzen kann, wo zu viel anfängt.

Archiv-Mitglied GArchiv · redaktionell

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dass man die Pflanzen auch mit zu viel biologischem Dünger umbringen kann – etwa wenn man immer mit purer Gülle gießen würde.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Ich habe von dem Thema keine nennenswerte Ahnung, aber was ihr hier gerade fachlich durchgeht, passt doch kaum zu einem Anbau mit drei Pflanzen.

Um all diese Bedingungen zu messen, bräuchte man ja beinahe ein Labor.

Archiv-Mitglied GArchiv · redaktionell

Na ja, ob eine Pflanze auf dem Fensterbrett, drei auf dem Balkon oder eine Anbauoperation für die mexikanische Mafia in einer Fabrikhalle – das sind nun mal die Basics.

Und ich habe es kürzlich wirklich hingekriegt, eine Auto mit Nährstoffen umzubringen. Zu viel des Guten. Ei, wer hätte das gedacht?

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Im letzten Jahr hatte ich fast alles genauso gemacht, und da hat es funktioniert.

Diesmal kam anstelle von:

CANNA-Terra-Professional-Plus-Braun

das hier:

Compo

Compo Grow Organic Light-Mix Erde

und als Tip:

Hornspäne.

Im nächsten Jahr nehme ich wieder Canna und dazu die Dünger von Compo, aber ohne extra Hornspäne.

Für gesundes Wachstum brauchte es 2024 keine weiteren Infos.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Klasse, ganz herzlichen Dank an euch alle! Ich gebe alles an meinen Vater weiter und hoffe, dass es mit den Umstellungen jetzt läuft. Ich melde mich wieder und erzähle, was daraus geworden ist.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Ich staune ein bisschen.

3 Pflanzen pro Person, und dafür so ein Aufwand?

Für mich klingt das ziemlich anders.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Es sind wirklich nur drei Pflanzen, und mein Vater hat ordentlich Mühe hineingesteckt. Diesmal ist leider nichts daraus geworden, mitgenommen habe ich trotzdem viel. Alles wird er nicht umsetzen können, aber gelernt haben wir auf jeden Fall: größere Töpfe, nicht zu viel Wasser, nicht zu viel CalMag – und dass dieses ganze Düngerthema nur 20 % ausmacht. Beim letzten Punkt war ich immer der Meinung, das sei das A und O.

Archiv-Mitglied FArchiv · redaktionell

Entschuldige meine Gedanken von vorhin.

Sag doch mal Deinem Vater, er soll mit Spezialerde anfangen, die kostet kaum mehr, und dann ab der 2. Woche sparsam düngen.

Compo hat zum Beispiel jemanden eingestellt, der auf Canna-Grow spezialisiert ist, und ich gehe davon aus, dass unter anderem Compo mehr weiß als Dein Vater.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell
Hat die von Euch schon mal jemand im Einsatz gehabt?

Ich habe einige davon hier und benutze sie auch. Die Bewurzelung unterstützen sie wirklich gut, Ringelwurzeln gibt es nicht, und der Wurzelballen lässt sich später gut herausnehmen.

Umgestiegen bin ich trotzdem auf Stofftöpfe, weil das Gießen dort einfacher ist als bei den Air Pots. Bei meinen lief immer reichlich Wasser oben aus den Löchern wieder heraus.


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