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Jahrelang Hasch zum Einschlafen, jetzt Angst und Tiefs

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo,

seit sehr vielen Jahren habe ich mit schweren Schlafstörungen zu kämpfen. Einschlafen kann ich nur mit Hasch, und auch das nur, wenn ich es esse. Beim Kiffen passiert bei mir überhaupt nichts. Deshalb nehme ich seit eineinhalb Jahren jeden Abend einen Keks. Die Menge ist winzig, umgerechnet stecken in einem Keks 0,0625 gr. Hasch. Seit vier Monaten bin ich nun ziemlich depressiv, mir gehen völlig wirre Gedanken durch den Kopf und ich habe Angstgefühle. Leichte, gelegentlich mittelstarke Depressionen kenne ich von mir schon lange, aber nie in dem Ausmaß wie jetzt. Meint ihr, das könnte mit dem täglichen Haschkonsum zusammenhängen? Auch bei so einer kleinen Menge?

Gruß

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Hallo,

erst mal schön, dass du deinen Konsum kritisch hinterfragst und bei deinen Beschwerden nach den Ursachen suchen willst.

Kurz zu mir: Ich arbeite in einem Team ausgebildeter Sozialarbeiter*innen, das im Netz unterwegs ist und Leute dort aufsucht. Wir begleiten und beraten User*innen, vor allem wenn es um Sucht und Konsum geht. Das kostet selbstverständlich nichts und läuft anonym.

Grundsätzlich ist es gut möglich, dass sich da der Konsum bemerkbar macht.

Wer häufiger und stärker konsumiert, trägt ein größeres Risiko, depressiv zu werden oder etwa eine Angststörung zu bekommen. Deine Dosis ist wirklich klein, aber wie lange die „Anwendung“ schon läuft, fällt eben auch ins Gewicht.

Bei so langjährigen Schlafstörungen hast du bestimmt schon anderes durchprobiert? Möglicherweise gibt es noch Alternativen, die du auf ihren Nutzen hin testen könntest? Darüber können wir uns gern einmal unterhalten, wenn du magst.

Liebe Grüße

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.

Schon als Kind habe ich schlecht geschlafen. Als Teenager wurde es zwischenzeitlich besser. Dann fing es für einige Jahre wieder an. Seit 2001 ist es wirklich, wirklich schlimm. Antidepressiva habe ich damals bekommen, weil sich sonst nichts anderes finden ließ. Die haben drei bis vier Jahre geholfen, danach nicht mehr. Ich kam jede (!) Nacht nur auf 1,5 Stunden Schlaf. Dann kamen noch Schlaftabletten dazu, die mir aber auch keinen Schlaf brachten. Erst in einer Klinik bekam ich eine bestimmte Sorte Schlaftabletten, die endlich anschlug. Das ging ein paar Jahre gut, bis ich nach der Einnahme die seltsamsten Sachen machte, von denen ich morgens nichts mehr wusste. Ich habe alles Denkbare probiert, neben der Schulmedizin natürlich auch alternative Wege, Heilpraktiker, Hypnose, Brain Light und so weiter. Nichts wünsche ich mir mehr, als endlich schlafen zu können.

Gruß

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Hallo,

es tut mir leid, dass du in so schwierigen Umständen steckst. Schlafstörungen und Depressionen können den Alltag stark belasten, und dass du nach etwas suchst, das Erleichterung bringt, ist gut nachvollziehbar.

Zu deiner Frage, ob der dauerhafte Haschkonsum trotz geringer Dosierung an deinen depressiven Beschwerden und den Angstgefühlen mitwirken könnte: Es gibt Untersuchungen, nach denen Cannabis bei manchen Menschen die psychische Gesundheit beeinflussen kann, etwa mit Depressionen und Angstzuständen. Wie es wirkt, fällt aber von Mensch zu Mensch verschieden aus und hängt an vielen Punkten, unter anderem an der Dosierung, der Art des Konsums und der persönlichen Veranlagung.

Kurzfristig empfinden manche Cannabis als entspannend, und das Einschlafen fällt leichter. Auf lange Sicht deutet allerdings einiges darauf hin, dass regelmäßiger Cannabisgebrauch, gerade in hohen Dosen, mit einem höheren Risiko einhergeht, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen zu entwickeln oder zu verschlechtern. Die von dir beschriebene Menge ist zwar vergleichsweise gering, doch täglicher Konsum über einen so langen Zeitraum könnte durchaus dazu beitragen, dass Symptome entstehen oder schlimmer werden.

Wichtig ist, dass du diese Bedenken mit einer medizinischen Fachperson durchsprichst, die deine gesamte Krankengeschichte und deinen Lebensstil einbeziehen kann, damit Beratung und Behandlung auch passen. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine Psychotherapeutin kann dir helfen, die Ursachen hinter den Schlafstörungen und den depressiven Beschwerden zu erkennen und einen geeigneten Behandlungsplan aufzubauen. Denkbar wäre eine Mischung aus Medikamenten, Therapie und vielleicht auch einer Änderung beim Cannabiskonsum.

Zusätzlich könnte es sich lohnen, andere Wege für besseren Schlaf und stabilere Psyche auszuprobieren, zum Beispiel Entspannungstechniken, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und eine gute Schlafhygiene.

Denk bitte daran, dass fachliche Begleitung hier viel wert ist und dir dabei helfen kann, einen Umgang mit den Symptomen zu finden und deine Lebensqualität zu heben.

Ich wünsche dir alles Gute für den Weg zur Besserung.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Hallo,

es tut mir leid, dass du mit Schlafstörungen und seit Kurzem verstärkten depressiven Symptomen sowie Angstgefühlen zu kämpfen hast. Es lohnt sich, die möglichen Folgen des Haschkonsums für deine Psyche anzuschauen, selbst wenn die von dir beschriebene Dosierung eher gering wirkt.

Cannabis und damit auch Hasch wirkt bei verschiedenen Menschen verschieden, je nach Dosierung, Dauer des Konsums, eigener Empfindlichkeit und bereits bestehenden psychischen Erkrankungen. Einigen hilft es, bestimmte Symptome zu lindern, bei anderen gibt es Hinweise darauf, dass es psychische Probleme auslöst oder vorhandene wie Depressionen und Angstzustände verschärft.

Wie Cannabis und Depressionen zusammenhängen können:

• Veränderung der Gehirnchemie: Regelmäßiger Cannabis-Konsum kann auf die Chemie im Gehirn wirken, besonders auf die Neurotransmitter, die mit Stimmung und Angst zu tun haben.

• Abhängigkeit und Toleranzentwicklung: Selbst bei geringer Dosierung kann regelmäßige Einnahme zu einer gewissen Abhängigkeit führen, wobei die Wirkung mit der Zeit nachlässt, was in mehr Konsum münden kann oder in stärkere negative Gefühle, sobald man nichts nimmt.

• Schlafqualität: Cannabis kann kurzfristig beim Einschlafen helfen, doch Studien zeigen, dass der REM-Schlaf, eine für die Erholung wichtige Schlafphase, darunter leiden kann, was Schlafqualität und psychische Gesundheit langfristig beeinträchtigen könnte.

Hol dir bitte professionelle Hilfe, damit deine Lage eingeschätzt werden kann. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine Psychotherapeutin kann dir helfen zu verstehen, ob und auf welche Weise der Cannabis-Konsum mit den depressiven Symptomen und den Angstgefühlen zusammenhängt. Vielleicht ist es sinnvoll, für die Schlafstörungen und die depressiven Symptome Behandlungen ohne Cannabis zu erkunden, dazu gehören psychotherapeutische Verfahren, medikamentöse Behandlungen und Änderungen im Lebensstil, die auf besseren Schlaf und weniger Stress abzielen.

Suche dir bitte professionelle Unterstützung, damit ein auf dich zugeschnittener Behandlungsplan entsteht, der zu deinen Bedürfnissen und Umständen passt. Deine Gesundheit und dein Wohlbefinden kommen zuerst.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.

Die Profis hatte ich über die Jahre natürlich längst alle durch, nur ohne Erfolg.

Ich bemühe mich auch aktuell wieder um neue Ärzte und Therapeuten .... Auf den Wartelisten mehrerer Therapeuten stehe ich seit August 2021 ... Bis man einen Arzttermin bekommt, gehen Monate dahin, und abgespeist werde ich immer nur mit Psychopharmaka. Von den Tabletten ist mein Gehirn wie vernebelt, und körperlich bin ich ebenfalls völlig am Ende (Schwindel, so stark, dass ich nicht mehr geradeaus laufen kann ...). Mit diesen Medikamenten kann ich nicht mehr arbeiten. UND schlafen kann ich weiterhin nicht. Die "Profis" bringen mich also auch nicht weiter.

VG

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Cannabis ist im Grunde keine Lösung auf Dauer, es kann nur unterstützen.

So wie es klingt, würde ich sagen, dass sich bei dir vielleicht eine Psychose entwickelt hat. Da hilft im ersten Schritt nur, sich in die Psychiatrie einweisen zu lassen und dort einen Entzug zu machen. Danach wird es entweder besser oder es bleibt, wie es ist. Falls sich nach dem Entzug nichts gebessert hat, muss wohl mit Medikamenten nachgeholfen werden. Das Gute an Psychosen, falls es eine ist: Mit der passenden Medikation gehen sie meist von allein wieder weg, und die Medikation kann dann Stück für Stück reduziert werden. Ein Allgemeinmediziner kann dich überweisen, helfen kann dir ein Psychiater. Für einen Psychotherapeuten ist es in deiner Situation noch zu früh.

Es heißt, man solle Cannabis bzw. Hasch eigentlich nicht vor dem 26. Lebensjahr konsumieren. Der Hintergrund: In dieser Phase steckt man noch in der Entwicklung, und der Körper baut das regelmäßig zugeführte Cannabis bzw. Hasch in die Hirnchemie ein, sodass beim Wegfall Denk- und Empfindungsstörungen auftreten können.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo, vielen Dank für die Antworten. Wie ich direkt auf die einzelnen Antworten antworte, weiß ich nicht, darum schreibe ich es hier als Kommentar. Vieles habe ich natürlich schon ausprobiert, Entspannungsmethoden eingeschlossen. Über lange Zeit habe ich von den "tollen" Fachärzten irgendwelche Psychopharmaka, starke Schlaftabletten und so weiter bekommen. Fachärzte sind die meiner Meinung nach nur auf dem Papier. Außer Pillen verschreiben können sie nämlich nichts. Mein Verstand hat durch diese chemischen Medikamente ordentlich gelitten. Die pflanzliche Variante Hasch halte ich da für weniger gefährlich.


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