Zum Inhalt springen

Cannabistee: wirkt er ohne Decarboxylierung?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo.

Wenn ich meine Cannabispflanzen auf der Terrasse ziehe und hinterher auch die Blätter nutzen will – wie stelle ich das an?

Tee würde ich daraus gerne machen.

Muss ich dafür alles von der Pflanze decarboxylieren oder nicht?

Danke

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Hi, guten Abend 🙂

Ich habe erst kürzlich darüber gelesen – ja, stimmt, dadurch wird das THC-A aus der Pflanze zu THC, und erst das kann der Körper überhaupt aufnehmen.

Danach soll man es aber mit etwas Fetthaltigem weiterverarbeiten, weil der Körper es über die Fette aufnimmt. Am Ende folgt man also einfach einem fachlich guten Rezept 🙂

EDIT: „…alles von der Pflanze decarboxylieren…"

Eben die Teile, die du auch konsumieren willst.

Mir fällt dazu gerade noch etwas ein:

Vor Jahren hatten ein Kumpel und ich etwa 3 g Gras, das kam in ein Teesieb und für eine Stunde in eine Thermoskanne mit heißem Glühwein.

Damit war es offenbar gleich mit decarboxydingsbumst, jedenfalls hat es wie verrückt geknallt.

So wäre es vielleicht einfacher.

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo, ja, drei Pflanzen pro Person.

Wir sind drei Leute und ich baue vier Pflanzen an.

Damit war es offenbar gleich mit decarboxydingsbumst, jedenfalls hat es wie verrückt geknallt.

Genau darum frage ich nachher noch mal nach: Ich habe es rund eine Stunde in heißem Wasser ziehen lassen.

Muss ich das Cannabis für Tee also trotzdem decarboxylieren oder nicht?

Danke

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Ich denke ja – so habe ich es jedenfalls gelesen.

Im Glühwein hat es geklappt, mit Wasser habe ich es auch mal versucht und da kam nichts. Wasser ist ein ganz schlechter Löser, man sollte auf jeden Fall etwas Fetthaltiges nehmen, um das Weed zu lösen, zum Beispiel Butter, Kokos- oder Olivenöl. Für Tee wäre wohl Butter das Naheliegendste?

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Wie genau hast du den Tee zubereitet?

Blüten nur zu überbrühen oder 20 Minuten zu köcheln hat bei mir leider keine Wirkung gebracht. Die Temperatur scheint zu niedrig zu sein, um THC-A in THC umzuwandeln.

Nur damit es klar ist: Hanftee oder eine Hanfinfusion kann man durchaus machen, indem man zum Beispiel die Blätter unbehandelt und ohne Decarboxylierung mit Wasser überbrüht. Heraus kommt ein geschmacklich mildes Getränk, das aber eben nicht knallt.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Damals, als vor allem Haschisch im Umlauf war, Ende der 90er und Anfang der 2000er, haben wir uns regelmäßig Haschkakao gemacht: Das Haschisch haben wir auf einem Löffel mit etwas Butter erwärmt und dann in den warmen Kakao gerieben. Danach kam der Kakao noch eine Minute in die Mikrowelle. Die Wirkung war der Hammer.

Vielleicht geht das auf diese Weise auch mit Blüten und Tee?! 😁

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Ich hatte früher mal Glühwein-Pulver gekauft und das mit gekochtem Wasser in eine Thermoskanne gegeben.

Dann kam ein Teesieb mit 3 g Blüten für eine Stunde hinein, den Verschluss habe ich nur aufgelegt, weil Zuschrauben so nicht ging.

Ein Kaffeebecher davon, und der Abend war durch – das hat uns komplett aus der Realität geholt.

Später habe ich es auch mit Wasser versucht, damals hatte ich noch nicht gelesen, wie es richtig geht. Das hat überhaupt nichts gebracht.

Wasser soll der schlechteste Löser überhaupt sein, ich denke Alkohol oder Fett ist besser, soweit ich das gelesen habe.

Archiv-Mitglied EArchiv · redaktionell

Bevor Cannabis in einer Form vorliegt, die unser Körper nutzen kann, muss es decarboxyliert werden.

Ausgangsstoff: Im rohen Cannabis stecken THCA (Tetrahydrocannabinolsäure) und CBDA (Cannabidiolsäure). Beide sind nicht psychoaktiv.

Ablauf der Decarboxylierung: Hitze spaltet die Carboxylgruppe (-COOH) ab, so wird aus THCA das THC und aus CBDA das CBD.

Warum braucht es die Decarboxylierung? THCA dockt an den Cannabinoid-Rezeptoren im Körper nicht an und ruft keine psychoaktive Wirkung hervor.

Erst als THC kann es sich an die Rezeptoren im Endocannabinoid-System binden und wirken.

Dafür muss das Cannabis vorher eine Zeit lang, etwa 30 Minuten, auf rund 115 °C erhitzt werden – zum Beispiel im Backofen oder in Öl bzw. Butter.

Wasser kommt bei normalem Luftdruck leider nur auf 100 °C und reicht für eine erfolgreiche Decarboxylierung deshalb nicht.

Und wie oben schon angesprochen: Cannabinoide lösen sich nicht in Wasser und binden auch nicht daran.

Du kannst dein vorher decarboxyliertes Cannabis also pulverisieren und dem Tee beigeben, so dass die Partikel vollständig im Wasser landen – oder du löst das Cannabis in Fett und gibst das in den Tee. Eine weitere Möglichkeit ist, das THC in Sahne oder fetthaltiger Milch zu lösen und diese in den Tee zu geben.

Wenn du nur heißes Wasser nimmst und nicht decarboxyliertes Cannabis direkt dazugibst, bekommst du bestenfalls einen Bruchteil der möglichen Wirkung.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Das erstaunt mich. Was steckte in diesem Glühweinpulver drin? Und vor allem: Was war das überhaupt für ein Glühweinpulver?

In solchen Glühwein-Teebeuteln sind Gewürze wie Zimt und Nelken drin, dazu fruchtige Zutaten, oft billige Apfelschnitze.

Blüten einfach im Tee zu kochen oder nur ziehen zu lassen bringt keine Wirkung, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

PS zum Cannabistee: Ich habe es gestern im Schnellkochtopf versucht und 4 g Hanfblüten in 1 l Wasser mit 1 EL Kokosfett bei Stufe 2 vierzig Minuten gekocht.

Der Gedanke war, dass die höhere Temperatur im Schnellkochtopf das Gras decarboxyliert.

Geschmacklich war es in Ordnung, gekickt hat der Tee aber leider nicht. 🙁

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Hi,

warum das gekickt hat, weiß ich selbst nicht.

Meine Vermutung ist, dass der Alkohol das THC verfügbar gemacht hat, beziehungsweise:

Das Teesieb mit etwa 3 Gramm hing eine Stunde in der Thermoskanne im heißen Glühwein, bevor wir getrunken haben.

Wissenschaftlich erklären kann ich das leider nicht.

Oben stand:

bei Stufe 2 vierzig Minuten gekocht

Bei uns lag die Temperatur anfangs bei etwa 90°, also nicht kochend, das ist glaube ich noch im Siedebereich. Ich kann mir vorstellen, dass das THC beim Kochen, also bei knapp 100°, wieder zerstört oder verändert wird. Und zwei Stunden kommen mir ziemlich lang vor.

Recht sicher bin ich mir, dass Wasser – Tee oder was auch immer – kaum etwas bringt, weil Wasser angeblich der schlechteste Löser ist. Da könnte man genauso gut heißen Sand nehmen.

Alkohol als Lösungsmittel halte ich für plausibel, weiß es aber nicht.

Wahrscheinlich spielt auch der THC-Gehalt eine Rolle, ziemlich sicher hatten wir damals ein Kraut mit deutlich über 20 %. Das ist Bauchgefühl, würde nach meiner Erinnerung aber passen.

Weiter oben stand außerdem:

Dafür muss das Cannabis vorher eine Zeit lang, etwa 30 Minuten, auf rund 115 °C erhitzt werden – zum Beispiel im Backofen oder in Öl bzw. Butter. Wasser kommt bei normalem Luftdruck leider nur auf 100 °C und reicht für eine erfolgreiche Decarboxylierung deshalb nicht.

Wie gesagt, mit meinen Angaben von oben hat es so funktioniert. Das steht ja im Widerspruch dazu – und genau so hatte ich es auch mal gelesen. Es wäre wirklich interessant herauszufinden, was da anders war. Leider habe ich nur meine Erinnerung, und wiederholen werde ich es nicht, weil ich so gut wie keinen Alkohol mehr trinke, sooorry 🙁

Ich selbst rauche weiterhin, weil diese Konsumform zuverlässig wirkt, ich sie recht gut einschätzen kann und der Aufwand praktisch bei null liegt. Einen Vaporizer habe ich ausprobiert, der deckt meine Bedürfnisse grob gesagt nicht ab.

Damit im Getränk geschmacklich etwas ankommt, müsste das Kraut außerdem einen sehr kräftigen Eigengeschmack mitbringen – gutes White Widow zum Beispiel, das ist oft sehr süß.

Oder man müsste vielleicht ein Konzentrat daraus machen, um die Aromastoffe zu … bündeln (?)

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Danke für die Info. Ich war übrigens davon ausgegangen, dass du so einen Teebeutel mit Glühweingewürz genommen hättest.


Anmelden und antwortenMitlesen geht auch ohne Konto.