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Pflanzen bleiben stehen: Woran liegt das?

Archiv-Mitglied AArchiv · redaktionell

Hallo Leute, vorweg: Beim Growing bin ich absolut neu. Ich habe mir einen Samen „groß" gezogen, eine Automatic Strawberry Smile, aber die bleibt seit einer Woche auf genau derselben Größe. Auf dem Foto ist das die kleinere Pflanze.

Dann habe ich zum Testen einen Steckling bestellt, eine Purple Haze, alles wie angegeben gemacht und ihn danach eingetopft. Die Blätter sehen gesund und grün aus, aber auch hier dasselbe: Sie wachsen einfach nicht xD. Beide stehen auf dem Balkon und bekommen genug Sonne. Dass die Purple Haze keine Automatic ist, weiß ich, aber erst mal geht es mir um dieses Problem.

Auf den Fotos ist die kleinere Pflanze die Automatic Strawberry Smile und die größere die Purple Haze.

Danke euch schon mal für die Hilfe, und bitte reißt mir nicht den Kopf ab 🙁

[4 Bilder nicht übernommen]

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Das sieht bei beiden nach einem leichten Stickstoffmangel aus. Der etwas zu hellgrüne, leicht gelbliche Ton spricht ziemlich klar dafür.

Deine Erde hat offenbar außerdem einen hohen Anteil an Kokosfasern. Kokosfasererde oder Mischerde mit viel Kokos bringt von sich aus wenig Nährstoffe mit und taugt eigentlich nur für die Keimung. Danach muss man die fehlenden Nährstoffe dringend über Dünger nachliefern.

Bei zu wenig Stickstoff wachsen die Pflanzen nur sehr langsam, denn für die Photosynthese ist Stickstoff unverzichtbar.

Du brauchst also einen Stickstoffdünger beziehungsweise einen Dünger mit möglichst hohem Stickstoffanteil, einen Wachstumsdünger.

Den kannst du im Netz bestellen, oder du fährst in den nächsten Baumarkt oder Blumenhandel und holst dir dort einen.

Die Nährstoffe stehen auf dem Dünger als NPK:

• N = Stickstoff • P = Phosphor • K = Kalium

Nimm einen Dünger mit mehr Stickstoff (N). 6-3-3 wäre zum Beispiel in Ordnung, 5-2-3 geht aber auch. Auf die genauen Zahlen kommt es nicht so an, der Stickstoffanteil muss nur in jedem Fall über den beiden anderen liegen.

Diesen Dünger gibst du nach der Dosierempfehlung auf der Flasche ins Gießwasser und gießt damit die nächsten zwei bis drei Mal. Danach sollten die Pflanzen wieder satter grün werden und besser wachsen.

Sehen sie dann wieder gut aus und haben etwas an Größe zugelegt, steht auch bald das Umtopfen an. Dafür solltest du dir noch größere Töpfe holen, etwa 5 bis 15 Liter. Bei einer photoperiodischen Sorte hätte ich sonst einen noch größeren Topf empfohlen, aber die geht ohnehin bald in die Blüte, weil der Sommer zu Ende geht und die Tage kürzer werden. Deshalb kannst du für beide Pflanzen dieselbe Topfgröße nehmen.

Den Wachstumsdünger brauchst du später sowieso noch einmal. Jede Woche etwas zu düngen, ist ohnehin sinnvoll.

Für die Blütephase lohnt sich zusätzlich ein Dünger, der genau umgekehrt zusammengesetzt ist: weniger Stickstoff, dafür mehr Phosphor und Kalium. Ein NPK-Wert von etwa 3-6-6 ist da eine gute Orientierung.

Wenn du schon im Baumarkt oder im Blumenladen stehst, nimm den gleich mit, zusammen mit den größeren Töpfen. Dazu noch Blumenerde oder Tomaten- und Gemüseerde, am besten nicht die ganz billige Universal- oder Pflanzenerde.

Archiv-Mitglied CArchiv · redaktionell

Der Beitrag oben ist super ausführlich und natürlich völlig richtig.

Als absoluter Anfänger würde ich aber erst einmal überlegen: ob und welche Erde, ob und welche Samen, also Auto oder nicht, dazu Wasser und ob viel Licht nötig ist.

Dünger braucht es zum Start noch nicht, sondern erst, wenn etwas wächst. Bei der Topfgröße ist es so, wie oben beschrieben. Ich baue seit 2024 in 5,5-Liter-Töpfen an, und die Pflanzen werden aktuell etwa 1,8 m hoch.

Was ich nicht begreife:

Warum übergeht fast jeder, der zum ersten Mal Cannabis anbaut, die Grundlagen des Pflanzenanbaus?

Das ist nicht persönlich gemeint.

Für mich klingt das so, als würde ein Stammkunde beim Pizzadienst plötzlich anfangen, aufwendiges Essen selbst herzustellen, und dabei nicht das Wasser anbrennen lassen.

Leute, Anfänger beim Grow:

Samen in die Erde, keimen lassen, auf die ersten Blätter warten und…

und dann, nach zwei bis drei Wochen, über Dünger oder fehlenden Dünger nachdenken.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Hallo, ich baue draußen auf dem Balkon an, und zwar wichtig: auf einem offenen Balkon ohne Dach, also mit viel Sonne und vor allem auch mit Regen. Dazu liegen unten Steinplatten, was die Hitze meiner Einschätzung nach deutlich länger hält. In diesem Jahr, mit dem sehr wechselhaften Frühling, hatte ich ebenfalls das Problem mit dem fehlenden Wachstum; eine Pflanze ist sogar eingegangen, die übrigen haben zusätzlich ordentlich Schaden genommen. Inzwischen erholen sie sich langsam wieder.

Probleme hatte ich mit:

• dauerhaft feuchter Erde wegen des Dauerregens: Die offen liegende Blumenerde decke ich jetzt mit einer Plastikfolie ab.

• Stammfäule an einer Pflanze: Ich habe sie samt dem befallenen Stamm getoppt, und jetzt sieht sie wieder gut aus.

• ausgespültem Flüssigdünger: Ich dünge mit mineralischem Flüssigdünger, und der wurde offenbar weggewaschen; nachdüngen ging praktisch nicht, weil die Erde ja schon regennass war. Lösung auch hier: Plastikfolie.

• verbrannt aussehenden Pflanzen: Ich vermute, das lag an den hohen Temperaturen; eine Lösung habe ich dafür noch nicht gefunden.

• einer noch jungen Pflanze, die ich wohl selbst umgebracht habe, weil ich nach einer Regenphase die Düngerdosis verdoppelt habe.

Worauf ich hinaus will: Jedes Jahr läuft anders, das Setup ändert sich meist ebenfalls, und man muss die Pflanzen immer beobachten und sich darauf einstellen. Den Trick mit der Plastikfolie über der Erde habe ich übrigens nirgends gefunden, darauf musste ich erst selbst kommen.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Noch eine Frage zum Beitrag oben: Düngst du bei jedem Gießen? Und wie legst du bei einem Dünger mit x mg Stickstoff pro Liter fest, wie viel eine Pflanze mit y Wuchshöhe in der Woche bekommt?

Archiv-Mitglied BArchiv · redaktionell

Wann und wie ich dünge, hängt von vielen Faktoren ab.

Zunächst: Der Themenstarter hat vermutlich in Erde mit hohem Kokosanteil angebaut. Diese Erde nimmt man nur für die Keimungsphase. Sie ist sehr nährstoffarm, und deshalb muss er jetzt, wo die Pflanzen schon älter sind und Mangelerscheinungen zeigen, zwangsläufig düngen.

Verwendet man Kokoserde oder andere nährstoffarme Anzuchterde ausschließlich für die Anzucht, also die Keimlingsphase, und topft nach 7 bis 10 Tagen in nährstoffreichere Blumenerde oder Allmix um, muss man so früh gar nicht düngen. In Blumenerde, Tomaten- und Gemüseerde oder etwas wie Allmix ist von sich aus Dünger eingemischt. Topft man früh in so eine Erde um, reichen deren Nährstoffe meistens für die nächsten zwei bis vier Wochen.

Ich selbst keime in Anzuchterde, topfe früh in Blumenerde um und dünge das erste Mal, wenn die Pflanze etwa 20 Tage alt ist.

Unten in die Blumenerde mische ich zusätzlich Langzeitdünger wie Hornspäne und/oder Granulatdünger ein.

Pauschal sagen, ab wann gedüngt werden muss, kann ich nicht. Das hängt wie gesagt von der Erde ab und davon, wie die Pflanzen aussehen. Eigentlich sollte man die Pflanzen immer im Blick haben und danach entscheiden. Erde hat Qualitätsschwankungen, und Wachstum und Nährstoffaufnahme der Pflanzen hängen vom Wetter ab, zumindest draußen. Bei kühlen Temperaturen oder wenig Sonne nehmen die Pflanzen weniger Nährstoffe auf, weil weniger Photosynthese abläuft. Sie brauchen dann auch weniger und verbrauchen sie langsamer. Darum ist die nötige Düngermenge sehr dynamisch und folgt keinem festen Plan, jedenfalls nicht, wenn man es gut machen will.

Bei gutem Wetter, also über 20 °C und Sonne, und Pflanzen über 20 Tagen dünge ich alle drei Tage mit dem Gießwasser. Bei schattigem oder kühlem Wetter etwas weniger. Trotzdem gilt dabei immer: vorsichtig düngen, erst einmal vielleicht die Hälfte der Herstellerangabe, und schauen, wie die Pflanzen reagieren. Verbrennen die Blattspitzen oder bilden sich Adlerkrallen, dann sofort für 10 Tage aussetzen und danach mit weniger wieder anfangen.

Irgendwann bekommt man aber auch ein Gefühl dafür.

Archiv-Mitglied DArchiv · redaktionell

Danke für die ausführliche Auskunft.

Ich hätte dazusagen müssen, dass ich in der Regel Erde aus dem Vorjahr nehme, die praktisch nicht vorgedüngt ist. Ein Grund dafür ist, dass ich dann recht genau dosieren kann; sonst kann ich nur raten, wie stark vorgedüngt wurde. Auf den Composana-Tüten stand dazu ohnehin gar nichts mehr.


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